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Wurmkur beim Hund: wie oft Welpen und erwachsene Hunde entwurmt werden sollten

Wie oft ein Hund eine Wurmkur braucht, hängt vom Alter und vom Alltag ab. ESCCAP Deutschland gibt für Welpen einen festen Rhythmus vor und für erwachsene Hunde einen Bereich von 1 bis 12 Behandlungen im Jahr. Diese Seite fasst die Empfehlung zusammen, nennt, was die Quellen offen lassen, und zeigt, wie du die Termine festhältst.

Nach der deutschen Adaption der ESCCAP-Empfehlung bekommt ein Welpe mit 2 Wochen die erste Wurmkur, danach alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch. Ein erwachsener Hund wird je nach Risiko 1 bis 12 Mal im Jahr entwurmt, und mindestens 4 Mal, wenn sich das Risiko nicht klar einschätzen lässt. Die Zahlen stammen aus der ESCCAP-Empfehlung Nr. 1 (Ausgabe 08/2025) und von den Ratgeberseiten von ESCCAP Deutschland, geprüft am 8. November 2026. Das ist keine tierärztliche Beratung: Welches Mittel dein Hund bekommt und in welchem Rhythmus, legt deine Tierarztpraxis fest. Zeigt dein Hund Anzeichen, die ESCCAP bei Wurmbefall nennt, etwa Durchfall, Erbrechen, stumpfes Fell oder schuppige Haut, ruf dort an.

Welpe entwurmen: der Rhythmus in den ersten Monaten

Welpen haben laut ESCCAP ein hohes Risiko, sich schon sehr früh mit Spulwürmern anzustecken, vor der Geburt oder über die Muttermilch. Deshalb beginnt die Entwurmung früh, im sogenannten 2-2-2-Schema.

Wann Empfehlung von ESCCAP Deutschland
Mit 2 Wochen Erste Behandlung gegen Spulwürmer
Danach Alle 2 Wochen, bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch
Danach, wenn das Risiko hoch bleibt (zum Beispiel Welpenspielgruppen) Monatlich bis zum 6. Lebensmonat
Säugende Hündin Zusammen mit der ersten Behandlung der Welpen

Die Quellen: Rhythmus und Mutterhündin stehen in der ESCCAP-Empfehlung (Abbildung 1 mit Tabelle 3) und auf der Seite „Wurminfektionen bei Hunden“. Die monatlichen Behandlungen bis zum 6. Monat nennt ESCCAP nur für Welpen mit weiter erhöhtem Infektionsrisiko, nicht für jeden Welpen. Ob dein Welpe dazugehört, entscheidet deine Tierarztpraxis.

Welpe entwurmen vor oder nach der Impfung?

Danach wird oft gesucht, aber die ESCCAP-Seiten, die für diesen Text gelesen wurden, sagen dazu nichts. Deshalb steht hier keine Regel. Frag bei der ersten Untersuchung, in welcher Reihenfolge deine Tierarztpraxis Wurmkur und Impfungen plant. Die Impftermine findest du im Beitrag Impfplan für Welpen und Kitten.

Wurmkur beim erwachsenen Hund: wie oft im Jahr?

Eine feste Zahl für alle Hunde gibt es nicht. ESCCAP nennt vier Risikogruppen, A bis D, und gibt für jede einen Bereich an. Das Schema in der Empfehlung (Abbildung 1) ist ein Fragebaum, dessen Äste die Tabelle wiedergibt: Passt der Hund nicht zu A, kommt zuerst die Frage nach unbeaufsichtigtem Auslauf, Jagd und rohem Fleisch (Gruppe D), dann die nach Schnecken und Gras (Gruppe C, sonst B). Geh die Fragen mit deiner Tierarztpraxis durch, statt dir selbst eine Gruppe auszusuchen.

Gruppe Hund Empfehlung
A Lebt nur im Innenbereich oder hat Auslauf ohne direkten Kontakt zu anderen Hunden, Parks, Rohfleisch, Schnecken oder Beutetieren 1 bis 2 Mal im Jahr gegen Magen-Darm-Nematoden behandeln oder Kotuntersuchung machen
B Passt nicht zu A, ist aber weder oft unbeaufsichtigt draußen noch frisst er Beutetiere, Schlachtabfälle oder rohes Fleisch; hat keinen Hang zu Schnecken oder Gras 4 Mal im Jahr gegen Magen-Darm-Nematoden behandeln oder Kotuntersuchung
C Wie B, neigt aber dazu, Schnecken zu fressen, hat Kontakt zu Schnecken oder frisst Gras 4 bis 12 Mal im Jahr gegen Magen-Darm-Nematoden und Lungenwürmer behandeln oder Kotuntersuchung; 4 bis 12 Mal im Jahr gegen Bandwürmer behandeln
D Hat Auslauf und ist dabei oft unbeaufsichtigt, jagt oder frisst Beutetiere, Schlachtabfälle oder rohes Fleisch 4 bis 12 Mal im Jahr gegen Magen-Darm-Nematoden behandeln oder Kotuntersuchung; 12 Mal im Jahr gegen Bandwürmer behandeln

Dazu kommen zwei Sätze der Empfehlung, die zusammengehören. Lässt sich das Risiko eines Hundes nicht eindeutig beurteilen, soll er mindestens 4 Mal im Jahr entwurmt oder jedes Mal per Kotuntersuchung geprüft werden. Und Studien haben gezeigt, dass 1 bis 3 Entwurmungen im Jahr keinen ausreichenden Schutz bieten; selbst 4 im Jahr, also alle 3 Monate, schließen eine Infektion nicht zwangsläufig aus. Die 1 bis 2 Behandlungen pro Jahr gelten also nur für Hunde, die zu Gruppe A passen. Die Ratgeberseite Wie oft Hunde entwurmen (Stand Juli 2026) fasst es so zusammen: geringes Risiko 1 bis 2, normales Risiko mindestens 4, hohes Risiko bis zu 12.

Sonderfälle: Kinder, Reisen, rohes Fleisch, Fuchsbandwurm

ESCCAP nennt in Tabelle 3 und im Text mehrere Situationen mit eigenem Rhythmus:

  • Kleine Kinder oder immungeschwächte Personen im Haushalt: Wenn eine Infektionsgefahr so weit wie möglich ausgeschlossen werden soll, empfiehlt ESCCAP 12 Entwurmungen im Jahr (bei Kindern unter 5 bis 6 Jahren). Sonst richtet sich der Rhythmus nach der Risikoeinschätzung. Solange kein Risiko für eine Infektion mit Echinococcus (Bandwurm) besteht, geht alternativ eine Kotuntersuchung mit Behandlung nach Befund. Pauschal für alle Hunde lässt sich eine monatliche Entwurmung laut ESCCAP aber nicht empfehlen.
  • Sportwettkampf, Ausstellung, Tierpension: einmal 2 Wochen vor und 2 Wochen nach dem Ereignis. Bei häufigen Aufenthalten in Pensionen oder Zwingern monatlich.
  • Rohes Fleisch oder Innereien: Wurde das Fleisch nicht ausreichend erhitzt (10 Minuten, Kerntemperatur 65 °C) oder gefroren (1 Woche bei -17 bis -20 °C), alle 4 Wochen gegen Bandwürmer behandeln.
  • Reise oder Import aus Gebieten mit Echinococcus granulosus: Bei hohem Infektionsrisiko 4 Wochen nach Reisebeginn und dann alle 4 Wochen entwurmen, die letzte Behandlung spätestens 4 Wochen nach der Rückkehr.
  • Fuchsbandwurm: In Gebieten wie Deutschland, in denen Echinococcus multilocularis vorkommt, sollen Hunde, die kleine Beutetiere jagen und fressen können, monatlich mit einem dagegen wirksamen Mittel behandelt werden.

Alle fünf Angaben stammen aus der ESCCAP-Empfehlung.

Kinder und Hygiene: warum die Wurmkur auch den Menschen schützt

Spulwürmer der Gattung Toxocara können auch den Menschen befallen, wenn er Eier aufnimmt. Nach der Empfehlung trifft das in Deutschland vor allem Kleinkinder; die Verläufe sind meist mild und werden oft nicht als Toxocara-Infektion erkannt. Wandern die Larven in Auge, Nerven oder Gehirn, kann es ernste Folgen geben. Zu den Schutzmaßnahmen, die ESCCAP nennt, zählen:

  • Hände waschen, bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen
  • ungewaschenes rohes Gemüse, Obst und Pilze nicht essen
  • Hundekot konsequent und unschädlich entsorgen
  • Kinder von kotverschmutzten Umgebungen fernhalten, etwa Hundewiesen, Gärten, Spielplätzen und Sandkästen
  • Hund und Katze nach tierärztlichem Rat regelmäßig entwurmen oder untersuchen lassen

Wenn du Fragen zu deiner eigenen Gesundheit hast, sprich mit deiner Hausarztpraxis.

Kotuntersuchung beim Hund statt Wurmkur

Für die Gruppen A, B und C nennt ESCCAP die regelmäßige Kotuntersuchung eine gute Alternative zur Entwurmung nach Plan. Die Untersuchungen sollen so oft stattfinden wie die Behandlungen, die für die Gruppe empfohlen sind, und mindestens einmal im Jahr. Bei einem Befund folgt die Behandlung. ESCCAP weist auf zwei Grenzen hin: Ein negativer Befund bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Hund nicht infiziert ist, und der Kot sollte für die Untersuchung über mehrere Tage gesammelt werden. Bei Bandwürmern ist der Nachweis nicht zuverlässig genug; deshalb ist hier bei unklarem Risiko die Behandlung vorgesehen, mindestens 4 Mal im Jahr. Eine Ausnahme ist Dipylidium caninum, für den ein Kopro-Antigentest zuverlässig anschlägt. Die Quellen sind die Empfehlung und die Seite Wurminfektionen bei Hunden.

Wurmkur rezeptfrei, Mittel und Kosten

Welches Mittel das richtige ist, sagt dir deine Tierarztpraxis; hier steht keine Produktempfehlung. Ob du eine Wurmkur ohne Rezept kaufen kannst, beantworten die gelesenen ESCCAP-Seiten nicht. Dort steht, dass nur zugelassene, geprüfte Tierarzneimittel sicheren Schutz bieten und dass du eine Wurmkur zum Beispiel in einer tierärztlichen Praxis oder Klinik bekommst. Die Sorge vor Nebenwirkungen hält ESCCAP wegen der sehr guten Verträglichkeit zugelassener Wurmmittel für unbegründet. Preise nennen die Seiten nicht; danach fragst du dort, wo du das Mittel bekommst.

Und die Katze?

Dieselbe Empfehlung deckt auch Katzen ab. Kitten bekommen die erste Behandlung mit 3 Wochen, danach alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch (3-2-2-Schema); bei weiter erhöhtem Risiko, etwa bei freiem Auslauf, folgen monatliche Behandlungen bis zum 6. Monat. Erwachsene Wohnungskatzen brauchen 1 bis 2 Entwurmungen oder Kotuntersuchungen im Jahr, Freigänger 4 bis 12 (bei Bandwürmern ebenfalls 4 bis 12). Ist das Risiko unklar, sind es mindestens 4 im Jahr. Auch hier entscheidet die Tierarztpraxis. Quelle ist dieselbe ESCCAP-Empfehlung (Abbildung 2 mit Tabelle 4).

Wurmkur-Termine in Pawza festhalten

Ein Rhythmus nützt nur, wenn du weißt, wann die letzte Wurmkur war. Welche Angaben in die Gesundheitsakte deines Tieres gehören, steht in Impfpass, Heimtierausweis und Tierarztunterlagen.

Pawza ist eine Gesundheits-App für Haustiere auf iPhone und iPad. Unter „Medikamente“ legst du ein Mittel mit Namen und Dosis an und gibst eine wiederkehrende Erinnerung dazu. Tippst du in der Mitteilung auf „Verabreicht“, wird die Gabe erfasst. Die Wiederholung wählst du aus „Täglich“, „Wöchentlich“, „Monatlich“ und „Jährlich“; „alle 3 Monate“ gibt es nicht, und eine Erinnerung kann auch einmalig sein. Eigene Erinnerungen mit der Kategorie „Benutzerdefiniert“ sind kostenlos. Erinnerungen, Medikamente und die Einträge zu Impfungen gehören zur kostenlosen Version für ein Tier; für mehr Tiere brauchst du Pro.

Pawza gibt keinen Entwurmungsplan vor und wählt kein Mittel aus. Du trägst den Rhythmus ein, den du mit deiner Tierarztpraxis vereinbart hast. Die App ersetzt keinen Tierarztbesuch.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine tierärztliche Beratung.

Fragen

Häufig gefragt

Wurmkur beim Hund: wie oft?
Das hängt vom Risiko ab. Laut ESCCAP Deutschland genügen bei geringem Risiko 1 bis 2 Entwurmungen im Jahr, bei normalem Risiko mindestens 4 Entwurmungen oder Untersuchungen, bei hohem Risiko bis zu 12 im Jahr. Ist das Risiko nicht klar einzuschätzen, gelten mindestens 4 im Jahr. Welche Gruppe auf deinen Hund passt, klärst du mit deiner Tierarztpraxis.
Welpe entwurmen: wie oft und bis wann?
ESCCAP Deutschland empfiehlt die erste Behandlung gegen Spulwürmer im Alter von 2 Wochen und danach eine Behandlung alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch (2-2-2-Schema). Besteht das Risiko weiter, zum Beispiel in Welpenspielgruppen, folgen monatliche Behandlungen bis zum 6. Lebensmonat. Die Mutterhündin wird zusammen mit der ersten Welpenbehandlung behandelt.
Welpe entwurmen: vor oder nach der Impfung?
Dazu sagen die ESCCAP-Seiten, die für diesen Text gelesen wurden, nichts, und hier steht deshalb keine Regel. Frag bei der ersten Untersuchung deine Tierarztpraxis, in welcher Reihenfolge sie Wurmkur und Impfungen plant. Die Impftermine selbst findest du im Beitrag zum Impfplan für Welpen und Kitten.
Kann ich eine Wurmkur für den Hund rezeptfrei kaufen?
Zur Rezeptpflicht sagt ESCCAP Deutschland nichts. Die Organisation schreibt, dass nur zugelassene, geprüfte Tierarzneimittel sicheren Schutz bieten, dass Entwurmungen auf Anraten einer Tierärztin oder eines Tierarztes erfolgen sollen und dass du eine Wurmkur zum Beispiel in einer tierärztlichen Praxis oder Klinik bekommst. Welches Mittel zu deinem Hund passt und wo du es bekommst, klärst du mit deiner Tierarztpraxis.
Ersetzt eine Kotuntersuchung beim Hund die Wurmkur?
Bei den Risikogruppen A, B und C nennt ESCCAP die regelmäßige Kotuntersuchung eine gute Alternative zur Entwurmung nach Plan. Die Untersuchungen sollen in derselben Häufigkeit erfolgen wie die empfohlenen Behandlungen, mindestens einmal im Jahr, und bei einem Befund wird behandelt. Ein negativer Befund schließt eine Infektion nicht sicher aus; ESCCAP rät, den Kot über mehrere Tage zu sammeln.
Wurmkur bei der Katze: wie oft?
Nach der deutschen ESCCAP-Empfehlung bekommen Kitten die erste Behandlung mit 3 Wochen, danach alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch. Erwachsene Wohnungskatzen brauchen 1 bis 2 Entwurmungen oder Kotuntersuchungen im Jahr, Freigänger 4 bis 12. Bei Unsicherheit über das Risiko sind es mindestens 4 im Jahr. Das Mittel verordnet deine Tierarztpraxis.

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